Szenario Lage BLACKOUT auf kommunaler Ebene

Übungsszenario Lage BLACKOUT auf kommunaler Ebene

Übungsszenario Lage BLACKOUT auf kommunaler Ebene

By Markus Reitsamer, 16. Juli 2018

Frage: Kann eine Lage BLACKOUT in einem Übungsszenario überhaupt realitätsnahe und sinnvoll beübt werden?

Liebe Kollegen! Werte Kameraden!

Bei Vorgesprächen und in Nachbereitung der >>> Blackout-Abendveranstaltung und >>> Blackout-Workshop in Bad Ischl im Juni 2018 ist immer wieder der Gedanke aufgetaucht:

  • Kann eine Lage BLACKOUT in einem Übungsszenario überhaupt realitätsnahe und sinnvoll abgebildet und beübt werden?

  • Wie ist ein derartiges Ereignis möglichst kompakt und einfach in ein Übungsgeschehen zu verpacken, ohne dabei die Komplexität und wesentliche Wirkungszusammenhängen und Rückkoppelungen in den einzelnen Regelkreisen außer acht zu lassen?

  • Wie könnte ein modular aufgebautes Übungsszenario aussehen?

  • Wie könnte ein interaktives Szenarien-Training gestaltet werden?

ZIEL:
Stärkung und Erhöhung der Resilienz

der Kommunen bei einem Blackout-Ereignis

durch vorbereitende Übungen


Zur grundsätzlichen Beurteilung dieser Lage gibt es zumindest zwei mögliche und legitime Zugänge:

  1. 1) „Es muss erst ordentlich was passieren, damit da endlich etwas passiert!“
    2) „Bereiten wir uns gemeinsam planmäßig und mit aller Kraft bestmöglich vor, damit wir nicht kopflos in die Krise stolpern!“

Dem 2. Ansatz folgend und ausgehend von den bereits erarbeiteten Leitfäden
Blackout im Krankenhaus,
Selbsthilfe-Basis
,
Blackout-Studie,
Risiko- und Krisenmanagement Stadtgemeinde Bad Ischl und
Sonderalarmplan Blackout
sowie den Rückmeldungen der auf LinkedIn eingerichteten >>> Diskussionsseite, ergaben sich daraus u.a. nachfolgende Fragen und die dazu eingegangenen Antworten und Vorschläge:

  1. 1) Was muss in einem solchen „Drehbuch der Geschehnisse“ für ein Blackout-Szenario primär und speziell mit hinein?
  2. 2) Was sind spezielle Herausforderungen für die Erstellung eines Übungsszenarios Lage BLACKOUT?
    Es können grundsätzlich nur Annahmen darüber getroffen werden, was im eigenen Umfeld, in der eigenen Organisation passieren würde. Die Berücksichtigung von Kaskadeneffekten die im Vorfeld nicht vorhergesehen wurden macht ein Szenario dieser Art immer unvollständig. Je besser man die eigene Organisation und die Auswirkung eines längerfristigen Stromausfalls kennt, je realer wird man während der Simulation reagieren. Der durchaus menschliche Drang zum „Cheaten“ bleibt natürlich. „Ach das würde real schon funktionieren….“

     

  3. 3) Wie könnte sich eine Kommune noch besser auf ein BLACKOUT-Ereignis vorbereiten?
    Die Grundfrage für solche Szenarien muss verkehrt gestellt werden. Nicht „was würde im Blackoutfall passieren“ sondern „was muss die Kommune für die notwendige Grundversorgung des Verantwortungsbereichs leisten“. Daraus ergibt sich dann ein möglicher Störungskatalog und entsprechende Übungsszenarien.

     

  4. 4) Gibt es dazu bereits erprobte und durchbeübte Mustervorlagen (Unterlagen, Konzepte, Szenarien, …) für ein derartiges Übungsszenario?
    Im Land Niederösterreich werden Blackoutszenarien beübt, von Städten (Wr. Neustadt, St. Pölten) Planungen für den Blackoutfall detailliert ausgearbeitet.

  5. 5) Wie kann ein realistisches BLACKOUT-Übungsszenario so gestaltet werden, dass dabei die Zivil-Militärisch-Polizeiliche-Zusammenarbeit beübt wird?
    Das Kernthema ist die Kommunikation innerhalb und zwischen den Organisationen. Ob Militär, Behörde, Blaulichtorganisationen, etc. im Blackoutfall genug Vorkehrungen haben, damit diese dann funktionieren, muss jede Organisation selbst klären. Der Punkt ist, ob Informationen „nach oben und nach unten“ kommen, dasselbe mit Aufträgen sowie ob relevante Informationen, Abstimmungen und Aufträge zeitgerecht zwischen den Stellen übertragen werden (können). Dies kann natürlich beübt werden.

  6. 6) Wie und wodurch wäre der zeitnahe Ausfall der gewohnten technischen Kommunikationsmöglichkeiten darstellbar?
    Durch ein Trainingszentrum wo zb. in einem zentralen Übergabeschrank Strom & Telefon & Netzwerk deaktiviert werden können und durch Notstromgeneratoren ersetzt werden. Mobilfunk kann durch Störsender leicht lahm gelegt werden. BOS Tetra sollte ja angeblich einige Zeit funktionieren.

     

  7. 7) Wie und wodurch wäre der Betrieb der sogenannten Selbsthilfe-Basen realistisch darstellbar?
    Dies wird zum Teil von Feuerwehr und Rettungsdiensten bereits bebübt – zb. der Betriebserhaltung von 24h mit Notstrom in bestimmten Bezirksstellen in Niederösterreich zweimal im Jahr durchgeführt und die Checklisten & Technik adaptiert. Der Ausfall von Kommunikation ist wie oben dargestellt komplexer und kann sinnvoll in Trainingscentern beübt werden.

     

  8. 8) Wie und wodurch wäre der Ausfall der Trinkwasser- und der gewohnten Lebensmittel-Versorgung und der Abwasserentsorgung realistisch darstellbar?
    Möglich erscheint dies nur durch vorbereitete Berechnungen, Erfahrungen & Statistiken mit denen diese Informationen den übenden Kommunen zeitgerecht eingespielt werden (z.b: Trinkwasser der Hochtanks nach 24h zu 60% verbraucht).

     

  9. 9) Wie kann die Bevölkerung in ein solches Übungsszenario konkret eingebunden werden?
    Über die Einbindung von BürgerInnen in die Responsezelle der Übungssimulation und der Bitte, das Geschehen auf deren Umfeld zu übertragen und zu überlegen „was eben gerade dort passieren würde“. Eine interessante Möglichkeit wäre, hierfür eine eigene BLACKOUT-Übungs-Website oder ein App zu entwickeln wo interessierte Bürger einer Kommune an der Simulation „teilnehmen“ können in dem sie den Fortschritt einerseits sehen und andererseits Input/Einspielungen liefern können.

     

  10. 10) Welche Einzel-Szenarien wären darüber hinaus noch zu beüben?
    Wie oben unter Punkt 3. bereits erwähnt: „Was muss die Kommune an notwendigen Services leisten?“

     

  11. 11) Welche konkrete „Hausaufgaben“ sind von Seiten der Kommunen dazu unzweifelhaft vorweg zu erledigen?

  12. 12) Was muss in einem „Plan der Durchführung“ alles enthalten sein?

  13. 13) Wie könnte eine Blackout-Stabsrahmen-Übung auf Ebene Gemeinde aufgesetzt werden?

  14. 14) Welche Stakeholder-Gruppen sind hierzu in den Planungsprozess von Anbeginn einzubeziehen?

  15. 15) Womit anfangen?

    Ein versierter und sachkundiger BLACKOUT-Profi hat dazu einige allgemeine Überlegungen gesendet:
    Mit allgemeinen Katastrophenschutzübungen beginnen. Etwa zum Thema Hochwasser, Schneefall, Murenabgänge, Sturmkatastrophe, etc. Immer auf die jeweilige Kommune abgestimmt. Die Bevölkerung wirklich gut in die Übungslage mit einbeziehen. Danach auch mal ein BLACKOUT-Szenario auf kommunaler Ebene in einer Gemeinde beüben. Durch sachgerechte und aktive Risikokommunikation die Bevölkerung auf die Übungen gut vorbereiten.
    Vielleicht kann für ein Projekt „Übungsszenario Lage BLACKOUT auf kommunaler Ebene“ eine wichtige Versicherung als Partner und Unterstützer gewonnen werden. Wir werden sehen…

     

Zur Klarstellung:
Es geht dabei in einem ersten Schritt um allgemeine Überlegungen, welche FAKTOREN bei der Erarbeitung eines Übungsszenario Lage BLACKOUT auf jeden Fall zu berücksichtigen sind.
Und noch NICHT um die Ausarbeitung eines konkreten BLACKOUT- Übungsszenarios für eine ganz bestimmte Kommune.
Erst danach können Überlegungen darüber anstellt werden, wie eine solche Blackout-Übung szenisch aufbereitet und welche Übungsformen gewählt werden sollten.

Dazu ersuche ich um sachdienliche Rückmeldungen an office@katschutz.info
DIskussion
und Rückmeldungen dazu finden sich auch auf >>> LinkedIn

Zwischen- und End-Ergebnisse aller Überlegungen werden zu gegebener Zeit hier auf dieser Page veröffentlicht.
Besten Dank für eure Mitarbeit!

„Nur was vernetzt trainiert worden ist und sich durch permanente Übungen gut eingeprägt hat, wird im Anlassfall auch beherrscht!“

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